Feature drop · Atlas OS
Sieben Monate, dann drei Sekunden
Was passiert, wenn zwischen einer Frage und einem verbindlichen Angebot kein Mensch mehr sitzt.
Am Freitag um 08:39:26 legte Atlas OS ein Kundenkonto und einen Auftrag an. Um 08:39:28 lag das Angebot als PDF vor, um 08:39:29 war es beim Kunden. Bei uns war in dieser Zeit niemand am Rechner, und niemand musste es sein.
08:39:26
Kundenkonto und Auftrag
08:39:28
Angebotsdokument
08:39:29
Mail an den Kunden
Freitag · ohne menschlichen Eingriff
Bestellt hatte eine universitäre Arbeitsgruppe fünf Proben CytoScan HD inklusive DNA-Isolation, im Konfigurator, zum öffentlich ausgewiesenen Preis, ohne vorherige Registrierung. Das Konto entsteht dabei als Nebenprodukt der Bestellung, nicht als Bedingung dafür. Niemand registriert sich, um etwas zu kaufen. Der Auftrag liegt anschließend im Portal: Status, Dokumente, später die Ergebnisdaten zum Herunterladen.
Interessanter als die drei Sekunden sind die sieben Monate davor. Die Preisfrage kam im Januar, im Februar lagen fünf Proben vor, die klinischen Daten aus einer Kooperation fehlten noch. Bestellt wurde im August, als es beim Kunden passte, und es waren genau diese fünf Proben. Kein einziger dieser Tage war Wartezeit auf uns.
Der Engpass im Laborgeschäft ist selten die Nachfrage. Er liegt zwischen „was kostet das“ und „hier ist das verbindliche Angebot“. Dort sitzt in dieser Branche üblicherweise ein Mensch, der eine Position kalkuliert, ein Dokument schreibt und es versendet — zu Bürozeiten, in einer Reihenfolge, die andere Vorgänge mitbestimmen. Solange dieser Mensch dort sitzt, bestellt der Kunde nicht dann, wenn er so weit ist, sondern dann, wenn wir so weit sind.
01
Der zweite Fall
Der erste Auftrag war ein Abschluss, kein Fund. Die Kundin kannten wir seit Januar, und der Konfigurator hat zu Ende gebracht, was ohnehin lief. Der zweite kam am Montag darauf um 14:52, über 96 Proben, von einem Institut, mit dem wir vorher nie gesprochen hatten. Auftrag, Angebot und Mail entstanden wieder ohne uns, und die Angebotsseite wurde am selben Nachmittag geöffnet. Ein Fall zeigt, dass die Maschine läuft. Zwei zeigen, dass sie nicht nur den eigenen Bestand bedient.
02
Wir messen einen Auftrag in Latenzen
01
Frage bis Angebot
3 s02
Annahme bis Probeneingang
03
Probeneingang bis Daten
04
Daten bis Rechnung
0 sDas erste Glied liegt jetzt bei drei Sekunden. Die anderen drei sind als Nächstes dran, und wir veröffentlichen sie, sobald genug Aufträge vorliegen, dass ein Durchschnitt etwas bedeutet.
Am zweiten Glied hängt der physische Teil, und der ist der eigentlich schwierige. Eine Probe ist kein Paket: sie hat eine Route, eine Obhut und ein Kühlkettenbudget, und wie wir das rechnen, steht hier. Am vierten Glied hängt eine Regel, die wir uns selbst gesetzt haben: die Rechnung geht in dem Moment, in dem die Daten im Portal liegen. Nicht davor.
03
Warum das kein LIMS ist
Ein LIMS verwaltet ein Labor von innen. Atlas OS bestellt Molekularbiologie von außen. Institutionen bekommen ihre eigene Instanz unter eigener Adresse, mit eigener Nutzerverwaltung, eigenem Erscheinungsbild und eigenen Dokumenten. Eine Arbeitsgruppe sieht ihre Aufträge und ihre Ergebnisdaten, nicht die des Nachbarinstituts — bei genetischen Daten ist das keine Komfortfrage.
04
Für Partner
Wer Kunden bringt, steht im System und nicht in einer Nebenabrede: ein Code, eine Zuordnung, ein Anteil an der Rechnung, die tatsächlich bezahlt wurde. Eine Zeile an partners@atlasbiolabs.com genügt, den Code legen wir am selben Tag an.
Die Preise stehen öffentlich, und der Konfigurator rechnet dieselbe Summe, die auch wir rechnen würden. Wer wissen will, was fünf Proben kosten, muss uns nicht fragen. Wer bestellen will, auch nicht.